Jahreshauptversammlung

17. Juli 2021
Verschiedenes
Am Samstag, den 17. Juli, lud die Freiwillige Feuerwehr Neubiberg ihre Mitglieder und zahlreiche Ehrengäste zur Jahreshauptversammlung im Gerätehaus im Floriansanger mit anschließender Weihe der Fahnenbänder ein.

Erster Vorstand des Feuerwehrvereins Christian Wehrenpfennig begrüßte die Ehrengäste aus der Gemeinde, von den Patenvereinen der Feuerwehr Unterbiberg sowie der Lindenburschen und Vertreter der katholischen und evangelischen Kirche. Extra aus Steinfeld (Kärnten) waren die Kameraden unserer Partnerfeuerwehr angereist. Einen Dank richtete er an den Bauhof, der bei der Umsetzung des strengem Hygienekonzeptes unterstützt hat, welche eine Durchführung der Jahreshauptversammlung in Coronazeiten möglich gemacht hat.

Die ersten Grußworte überbrachte Neubibergs Erster Bürgermeister Thomas Pardeller. Er bedankte sich bei der Feuerwehr für ihr Engagement und die geleistete Arbeit in diesen von Corona geprägten Zeiten.

Als Vertreter der Kreisbrandinspektion betonte Kreisbrandmeister Dr. Markus Hardi den wichtigen Beitrag der Neubiberger Kameraden bei der Bewältigung der Pandemie. Zu Beginn sei schnell klar gewesen, dass medizinisches Material Mangelware ist. Die Feuerwehren des Landkreises waren eine wichtige Stütze bei der Verteilung an die Bedarfsträger. Hardi dankte den Kameraden für ihre Disziplin und Anstrengung, welche dazu beigetragen habe, dass keine Feuerwehr im Landkreis Corona-Bedingt außer Betrieb genommen werden musste. Aber die Pandemie habe auch die Erkenntnis mit sich gebracht, dass nicht jede Ausbildung oder Abstimmung unbedingt in Präsenz stattfinden müsse. Er schloss sein Grußwort mit einem Dank an die Kameraden für ihren persönlichen Einsatz und ihr hohes Engagement im Namen der gesamten Kreisbrandinspektion sowie von Kreisbrandrat Harald Stoiber.​

 

Seinen Bericht zum Jahr 2020 begann 1. Vorstand Christian Wehrenpfennig damit, dass er sich schwergetan habe, etwas Positives zu finden. Bereits zur JHVS 2019 habe Corona seine Schatten vorausgeworfen, denn es konnte die gesamte Jugend aufgrund eines positiven Coronafalles nicht mit anwesend sein. Die 2. Notverordnung der bayerischen Staatsregierung vom 16.04.2020 brachte dann das Endgültiges aus zum 100-jährigen Jubiläum - drei Jahre Vorbereitung waren dann vier Wochen vor der Veranstaltung obsolet. Wehrenpfennig berichtet, dass einige Tränen geflossen seien. Innerhalb von vier Wochen mussten Verträge rückabgewickelt und über 800 Tickets der ausgebuchten Abba-Night mussten rückerstattet werden. Knapp 100 Feuerwehr-Oldtimer aus Deutschland und Österreich hatten bereits zugesagt. Er zeigte sich erfreut, dass der Feuerwehrverein am Ende aber auf einem überschaubaren finanziellen Schaden sitzengeblieben ist und auch die Festschrift noch fertiggestellt werden konnte. Doch das sei noch nicht alles: auch das Straßenfest, Weihnachtsmarkt, Adventsumtrunk und am Ende unsere eigene Weihnachtsfeier wurden ebenfalls abgesagt. Unter dem Motto „100+1“ wurde bereits im Sommer 2020 angefangen, ein Ersatzjubiläum im Jahr 2021 zu planen - aber auch dieses ist wieder der Pandemie zum Opfer gefallen. Wehrenpfennig erntet großen Applaus mit seine Aussage, dass er den Job des Vorsitzenden dann wohl noch weitere 24 Jahre weitermachen müsse. Es sei traurig, dass eine Feuerwehr ihr 100-jähriges Jubiläum nicht feiern könne. Er richtete seine Worte an den Bürgermeister und den Gemeinderat, welche sich nicht zu früh freuen sollten, denn für Juli 2023 sei eine erneute Planung des Feuerwehrfestes angedacht. Im Spaß fragte Wehrenpfennig, ob er nicht einen „Dauerantrag“ auf Zuschuss zum Feuerwehrfest stellen könne. Eine freiwillige Feuerwehr lebe im Gegensatz zu einer Berufsfeuerwehr von Kameradschaft. Er hoffe aber, dass das Pandemiegeschehen schon bald wieder mehr gemeinsame interne Veranstaltungen zulasse und somit die Kameradschaft wieder aktiv gepflegt werden könne. Abschließend berichtet der Vorsitzende darüber das der Vereinsrat die Neubeschaffung des First Responders entschieden hat. Der „alte“ Responder wird dann als PKW in den normalen Einsatzdienst übernommen.

Kommandant Hannes Degen berichtet, dass er und seine Stellvertreter sich freuen, dass nach eineinhalb Jahren endlich mal wieder ein Treffen in dem Umfang möglich sei. Wichtig seien die sozialen Kontakte, eine Freiwillige Feuerwehr lebe von der Kameradschaft. Das so viele Kameraden gekommen seien, sei ein Zeichen, dass die Kameradschaft in Neubiberg gut funktioniere. Corona habe erfordert, dass der Dienstbetrieb am Anfang auf ein Minimum reduziert wurde und auch heute sei die Feuerwehr Neubiberg noch nicht wieder im Normalbetrieb zurück. Seinen herzlichen Dank richtete Degen an alle Kameradinnen und Kameraden für deren Disziplin. Es sei niemals auch nur ansatzweise die Einsatzbereitschaft in Neubiberg gefährdet worden. Mit einem Personalstand von 127 Aktiven, welcher leicht über dem des Vorjahres lag, stemmte die Feuerwehr Neubiberg in 2020 insgesamt 356 Einsätze, von denen 193 Einsätze auf den First-Responder entfielen sowie 61 Corona-bedingte Materialtransporte durchgeführt wurden. Wie man aktuell Hochwasserbedingt sehen könne, sei das Konstrukt Freiwillige Feuerwehr sehr wichtig. Degen berichtete den Anwesenden von den größeren Einsätzen in 2020 wie dem Garagenbrand in der Mainstraße. Der Kommandant schloss seinen Bericht mit Details zum Übungsbetrieb, welcher ab April 2020 von einem auf den anderen Tag wegen Corona eingestellt werden musste. Die Zeit wurde mit Online-Schulungen überbrückt und bereits später im Jahr konnte der Übungsbetrieb wieder in Kleingruppen aufgenommen werden. So sei die Feuerwehr dennoch auf insgesamt 1.480 Übungsstunden gekommen.

Den Bericht des Jugendwartens Matthias Meckert kündigte Vorstand Wehrenpfennig mit den Worten an, dass die Jugendarbeit aus einer modernen Feuerwehr nicht mehr wegzudenken sei. Der Jugendwart berichtet, dass in 2020 in einer neuen Jugendgruppe 27 Jugendliche gestartet sind und aus der Vorjahresgruppe insgesamt acht Jugendliche in den aktiven Dienst übergeben werden konnten. Auch Corona habe die Jugendausbildung nicht verschont. Es konnten zeitweise keine Übungen stattfinden, aber anstelle dessen eine umfangreiche Online-Plattform mit Online-Schulungen und Material aufgebaut werden. Meckert schloss mit einem Dank an alle Ausbilder und die Jugendlichen für ihr Durchhaltevermögen und er freue sich auf die kommende Ausbildung.

Der stellvertretende Kommandant und Leiter des „Fachbereiches First Responder“ Leon Bogner berichtet, dass der First Responder im Jahr 2020 zu insgesamt 193 Einsätzen ausgerückt ist. Der First Responder ist für die Gemeinde Neubiberg unersetzlich geworden und steht 24h/365 Tage für den Neubiberger Bürger bei medizinischen Notfällen bereit. Corona habe eine große Herausforderung an den First Responder-Dienst gestellt durch eingeschränkten Fortbildungsbetrieb, pandemiebedingte Personalengpässe sowie durch die Umsetzung umfangreicher Schutz- und Hygiene-Konzepte, welche ständig an die neuen Erkenntnisse angepasst werden müssten. Die Versorgung zahlreicher Covid-Patienten, insbesondere während der zweiten Welle, habe aber gezeigt, dass die Konzepte funktioniert haben. Erfreulicherweise habe sich keine einzige Einsatzkraft mit Corona infiziert. Bogner zeigt sich sehr erfreut über die geplante Neubeschaffung des First Responder-Fahrzeuges. Das Fahrzeug ist seit 2015 im Einsatz und in dieser Zeit wurden ca. 1.000 Einsätze gefahren. Geplant ist die Beschaffung eines baugleichen Fahrzeugs vom Typ Audi Q5. Die Finanzierung erfolgt durch den Feuerwehrverein und durch Spenden der Neubiberger Bürgerinnen und Bürger. Leon Bogner schloss seinen Bericht mit einem Dank an alle Mitwirkenden.

 

Ehrungen

40 Jahre Feuerwehrdienst Rudolf Verding
30 Jahre Feuerwehrdienst Stefan Pilz, Christoph Schütte und Christan Wagenbauer
10 Jahre Feuerwehrdienst Florian Kaiser, Florian Specht, Timo Vorwerk und Boris Wippermann
50 Jahre Vereinsmitgliedschaft Siegfried Hiltwein
40 Jahre Vereinsmitgliedschaft Rudolf Verding
30 Jahre Vereinsmitgliedschaft Stefan Pilz und Christian Wagenbauer

 

Beförderungen

Feuerwehrmann /-frau Luis Adelt, Philip Bräuer, Lan Celler, Moritz Frank, Jonas Franke, Julia Hauprich, Laura Heinicke, Anna Pilz, Johannes Raber, Romy Rott und Lukas Woltereck 
Oberfeuerwehrmann Martin Hamacher, Tobias Hör, Florian Kaiser, Frederick Nitsch, Christian Offenbeck, Torben Spitzner
Hauptfeuerwehrmann Sandro Fallica, Timo  Vorwerk, Christian Wehrenpfennig
Löschmeister Ernst Hoffmann und Florian Häring
Brandmeister Benedikt Knoche

 

Ernennungen

Gruppenführer Anwärter Sandro Fallica, Florian Specht und Michael Fischer
Gruppenführer Ernst Hoffmann und Florian Häring
Zugführer Benedikt Knoche

 

Fahnenbandweihe

Highlight des Abends war die Überreichung der Fahnenbänder der Patenvereine Lindenburschen sowie der Freiwilligen Feuerwehr Unterbiberg. Dieses hätte eigentlich im Rahmen des Festaktes zum 100-jährigen Jubiläum stattfinden sollen. Anschließend wurden die Fahnenbänder vom evangelischen Pfarrer Philipp Stoltz und dem katholische Pastoralreferent Dr. Winfried Ploch ökumenisch geweiht. Seit 1977 ist die Feuerwehr Steinfeld aus Kärnten die Partnerfeuerwehr der Neubiberger. Als Zeichen dieser langjährigen Partnerschaft überreichte Kommandant Martin Mayer eine Fahne, welche die Symbole beider Feuerwehren vereint. Eine identische Fahne verblieb in Steinfeld. Die Fahnen sollen bei gegenseitigen Besuchen am jeweiligen Gerätehaus gehisst werden soll.

 

Abschlussvorstellung von Roland Hefter

Den Abschluss des Abends machte Kabarettist und Sänger Roland Hefter, welcher mehr als eine Stunde ein Exklusivauftritt darbot – eine kleine Entschädigung für das ausgefallene Jubiläum. Lieber Roland, wir sagen Dir vielen Dank für dieses tolle, exklusive Event!!